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Christian Soeder

Die SPD stand im letzten Jahr im Internet nicht gerade gut da, um gleich zu Beginn einen Euphemismus zu bringen. Mit dem “Gesprächskreis Netzpolitik” besteht die Chance, künftig etwas besser auf netzpolitische Themen reagieren zu können. Ich bin zwar nicht komplett glücklich mit dem Format und hoffe, dass der Parteivorstand den Gesprächskreis Netzpolitik noch in ein “Forum Netzpolitik” umwandeln wird, aber nun gut.

Die SPD war einmal die Online-Partei Deutschlands: die erste Bundestagsfraktion mit eigener Website, die erste Live-Übertragung eines Bundesparteitages, innovativer Wahlkampf im Internet; der VOV (Virtueller Ortsverein) konnte anfangs recht großen Einfluss auf die SPD nehmen.

Doch zu sehr hat sich die SPD auf ihren Lorbeeren im Internet ausgeruht. Und, es ist bekannt: Lorbeer macht schläfrig. Prompt haben die anderen Parteien die SPD im Internet überholt: die FDP bietet heute die besten Angebote im Internet (die Inhalte sind Murks, klar).

Dass das nicht so bleiben muss, kann und darf, ist klar. Die SPD muss wieder Lust auf Internet bekommen, es als Chance begreifen, nicht als Gefahr. Dazu kann es schon reichen, einen Blick in die SPD-Landesverbände zu werfen: einige leisten ganz Erstaunliches im Internet und haben wirklich kapiert, wie es funktioniert und was es bietet.

Kurz zu meiner Person: ich studiere Geschichte in Heidelberg, bin 23 Jahre alt, lebe in Hockenheim, bin u.a. im Kreisvorstand der SPD Rhein-Neckar als Internetbeauftragter tätig, in der Projektgruppe Internet der SPD Baden-Württemberg und bei den WebSozis. (Außerdem bin ich Senator.)

Mit einigen anderen Bloggerinnen und Bloggern betreibe ich das Debattenblog “Rot steht uns gut”; ich bin bei Twitter, Facebook und Flickr (und überall sonst eigentlich auch). Ich bin seit Jahren überzeugter Ubuntu-Nutzer, Open-Source-Fan, betreibe den Ubuntu Observer und war Projektleiter von ubuntuusers.de.

In den “Gesprächskreis Netzpolitik” möchte ich überdies die Sichtweise aus der “Provinz” einbringen – viel zu oft dreht sich alles nur um Berlin, Berlin und Berlin. Doch Netzpolitik ist nicht nur ein Thema der Metropole: Breitbandleitungen im ländlichen Raum seien als Beispiel genannt.

Abschließend ist natürlich klar: mit dem “Gesprächskreis Netzpolitik” ist es nicht getan. Die SPD muss auf allen Ebenen über Netzpolitik debattieren – auch im Ortsverein.

34 Kommentare

Bemerkung

Dieser Eintrag wurde erstellt von am 22. Februar 2010 um 03:00 und gespeichert unter der Kategorie Who is Who.

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