Harald Kampen
22. Februar 2010 # 03:00 # Who is Who # 26 Kommentare
Über mich
Mit dem Jahrgang 1965 gehöre ich schon zu den älteren Kandidaten. Ich bin seit 1981 Mitglied der SPD. Meine politischen Wurzeln habe ich ind der Familie und bei den SJD – die Falken.
Über Umwege bin ich beruflich zur Webentwicklung gekommen. Als Autodidakt entwickel ich seit etwa 2000 Content Management Systeme. Ausschlaggebend war die Suche nach einer Lösung für den Ortsverein der SPD. Fast seit Beginn der Websozis bin ich aktiv dabei. Später habe ich dann die Entwicklung des WebsoziCMS übernommen. Beruflich bin ich als Webentwickler bei einem Internetdienstleister tätig, der vorwiegend im Bereich Webserver arbeitet.
Ich beschäftige mich – insbesondere auch durch die Arbeit bei den Websozis – intensiv im Webstandards, Barrierefreiheit und Internetrecht.
Standpunkte
Der Arbeitskreis Netzpolitik kann wichtige Anstöße für die Gesetzgebung, für staatliche Initiativen und für innerparteiliche Diskussion geben kann. Er ist ein Anfang, folgen muss ein Partei-Forum, um die Diskussion und Meinungsfindung zu erweitern.
Eine Reihe von Themen stehen auf der Agenda, die meisten davon sind nicht einfach zu lösen. Besonders, wenn es um technische Lösungen geht, sind die Einschränkungen groß. Als Entwickler kenne ich die Gefahr, wenn in einem komplexen System eine Änderung vorgenommen wird, dass ganz andere Bereiche in Mitleidenschaft gezogen werden können.
Das sind meine Positionen:
- Die Meinungsfreiheit und Meinungsbildung im Internet darf nicht beeinträchtigt werden. Es darf keine Netzsperren geben, insbesondere nicht mir einer Anprangerung der Anbieter – Löschen statt Sperren. Dabei ist eine internationale Zusammenarbeit wichtig.
- Die SPD muss das Internet verstärkt nutzen, um die Menschen an politischer Meinungsbildung und Entscheidungen zu beteiligen. Es muss mehr Tranzparenz, mehr qualifizierte Inhalte und vor allem mehr Diskussion geben. Diese Angebote müssen für alle Internetnutzer zugänglich sein.
- Wir müssen uns um den Jungendschutz im Netz kümmern. Eine zentrale Lösung über die Contentanbieter oder Zugangsanbieter, die ohne erhebliche Nebenwirkungen funktioniert, ist derzeit nicht in Sicht. Darum müssen wir uns darum kümmern, dass vorhandene Filtermöglichkeiten bekannt gemacht werden, dass sie günstig – besser noch kostenlos erhältlich – und einfach zu bedienen sind. Darum müssen wir in den Dialog mit Systemsoftwareherstellern und Suchmaschinenanbietern treten. Vorrangig bleibt allerdings die Dialog, Aufklärung und Schulung.
- Ich lehne Gewalt ab, auch in Spielen. Pauschale Verbote und Schuldzuweisungen lehne ich allerdings ab. Auch hier zählen vorrangig Dialog und Aufklärung.
- Leistungsschutzrecht und Pauschalabgaben müssen auch im Internet sein, um die Qualität der Produktion von Kulturgütern sicher zu stellen. Die Urheber müssen von der Nutzung ihrer Werke profitieren. Die Umsetzung muss jedoch wirtschaftlich und sozial verträglich gestaltet werden. Es darf nicht sein, dass durch solche Abgaben die Wirtschaft deutliche Nachteile hat, und es darf auch nicht sein, dass der Internetzugang um Beispiel mit einer Kulturflatrate erheblich verteuert wird.
- Der Datenschutz muss verbessert werden. Die Gesetze halte ich größtenteils für ausreichend, allerdings hapert es an der Umsetzung.
- Der Zugang zum Internet ist heute grundlegend für die Bildung und den gesellschaftlichen Austausch. Er muss darum ohne große technische und finazielle Hürden ermöglicht werden.
- Die Internetkriminalität muss mit Mitteln bekämpft werden, die nicht allgemeine Rechte einschränkt. Es müssen Lösungen gefunden werden, wie auf die Ausnutzung von rechtlichen Grauzonen zügig reagiert werden kann. Statt Pauschalverdächtigungen brauchen Ermittlungsnbehörden qualifizierte Technik und Mitarbeiter.
- Die Wahrung der Privatsphäre ist wichtig. Hierbei müssen vor allem die Anbieter von Internetcommunities beobachtet werden, mit besonderem Augenmerk auf die kleinen und mittleren Anbieter, da die häufig nicht unter ständiger Beobachtung der Öffentlichkeit stehen.
- Es geht nicht darum, die SPD in der Netzpolitik zu profilieren. Es geht darum, anstehende Probleme zu lösen und neue Lösungswege zu finden, und das unter sozialdemokratischen Gesichtspunkten.
Soweit erstmal – ich will hier keinen Roman schreiben.
Grüße, Harald
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