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Jens Matheuszik

“Das Internet funktioniert ohne Links nicht!”

Kurzer (auch politischer) Lebenslauf
Netzerfahrungen
Wofür ich mich netzpolitisch einsetzen würde
Wofür ich mich innerhalb des Gesprächskreises/der SPD einsetzen würde
Wo findet man mich online

Kurzer (auch politischer) Lebenslauf:

Jens MatheuszikMein Name ist Jens Matheuszik, ich bin 32 Jahre alt und stamme aus Olfen (im Münsterland). In der SPD bin ich seit 1997 und seit fast genau so langer Zeit bin ich auch kommunalpolitisch in der SPD und dort im Vorstand aktiv. Nach einigen Jahren als sachkundiger Bürger und einem Jahr als Ratsmitglied gehöre ich seit Oktober 2009 der Fraktion nicht mehr an. Derzeit gehöre ich noch dem Vorstand der SPD Olfen an, wobei ich vorhabe bei der nächsten regulären Wahl nicht mehr anzutreten, da ich plane umzuziehen und den Ortsverein/Unterbezirk zu wechseln. Seit knapp 10 Jahren arbeite ich (“tief im Westen”) in Bochum bei einer Krankenversicherung (aktuell im DV-Bereich).

Netzerfahrungen:

“Bin ich schon drin?” – schon bevor es diesen unsäglichen Werbespot gab, war ich ungefähr zeitgleich mit dem Start von AOL Deutschland im Internet. Um festzustellen, dass das vorsortierte AOL-Internet nicht wirklich mein Fall war, denn hinter den (für ein, zwei Stunden) kryptischen Kürzeln wie http:// usw. verbarg sich noch viel mehr, wie ich damals zu teuren 6 DM pro Stunden (plus Telefongebühren!) entdecken konnte.

Schon zu meiner frühen “Internet-Sozialisierung” nutzte ich das Internet auch politisch, z.B. für die klassische Ortsverein-Homepage. Aber auch im Rahmen der Politik-Community dol2day war ich aktiv:
Dort organisierte ich diverse Chats mit Politikern, moderierte solche Chats sowohl on- wie offline moderierte (so ein “Offline-Chat”, quasi also eine klassische Diskussionsrunde ist dann doch was ganz anderes), lernte die Diskussions- und Argumentationsweise bestimmter politischer Kreise kennenlernte (da mischten übrigens auch schon damals einige MdBs mit und ich kenne (ehemalige) Vorstandsmitglieder von Parteien, die gelernt haben, sich dort argumentativ mit Rechtsextremen außereinander zu setzen) und war einer der ersten Sozialdemokraten dort, der die Wahl zum so genannten Internet-Kanzler gewinnen konnte.

Im November 2004 begann ich das erste Mal zu bloggen, seit April 2005 gibt es das als Pottblog. Hier schreibe ich über alle Themen die mich bewegen und interessieren – und dazu gehört natürlich auch die Politik und auch die Netzpolitik. Wobei ich mir es schöner vorgestellt hättte, als direkt vor dem SPD-Parteitag zu versuchen mittels eMails und Blogeinträgen wie SPD soll Netzsperren verhindern: Löschen statt Sperren! von Kreta aus für meine Position zu werben (denn dafür musste ich spätabends an den Rand des Balkons gehen, damit ich in der Bucht von Istron ein Netz bekam)…

Ich habe mich übrigens immer geärgert, dass Politikerinnen und Politiker die vielfältigen Möglichkeiten des Internets zur transparenten Kommunikation nicht nutzen und dann festgestellt, dass es einfacher ist zu meckern als es selber zu machen. Daher habe ich dann im September 2008 damit gestartet unter jensmatheuszik.de kommunalpolitisch zu bloggen schreiben, um Entscheidungen zu erklären, auf bestimmte Themen genauer einzugehen und die Kommunikation zwischen den Bürgerinnen und Bürgern auf der einen Seite und mir auf der anderen Seite zu erleichtern. Wobei ich feststellen musste, dass man eher Reaktionen persönlicher Art (direkt, per Telefon) erhält oder noch per eMail als denn via Kommentarfunktion.

Wofür ich mich netzpolitisch einsetzen würde:

Früher war ich stolz auf die SPD und ihre Aktivitäten im Internet. Die SPD war eine der ersten Parteien, die die Möglichkeiten des Internets konsequent erkannte und für sich nutzte. Manchmal doch eher von der Basisseite her (hier möchte ich beispielsweise die WebSozis und den Virtuellen Ortsverein nennen), aber immerhin.
Spätestens seit dem Jahr 2009 muss man jedoch als netzpolitisch interessiertes Mitglied sein Parteibuch eher verschämt verstecken, denn mit der Zustimmung zum Zugangserschwernisgesetz (im Rahmen der “Zensursula”-Debatte) – die so genannten Netzsperren – und dem Ignorieren von mehr als 140.000 Mitzeichnern bei einer entsprechend dagegen gerichteten ePetition hat die SPD netzpolitisch sich ein Eigentor gegraben. Ein Eigentor, welches vom politischen “Wegbegleiter” (Gegner ist ein hartes Wort…) CDU nach der für die SPD verlorenen Bundestagswahl auch als das demaskiert wurde, was es war – ein Wahlkampfgag. Auf Kosten der SPD. Der zu einem neuen Mitspieler im Parteienspektrum geführt hat und unter Umständen zu einem Teil mit dafür verantwortlich war, dass die SPD nach 11 Jahren in der Bundesregierung wieder auf den Oppositionsbänken Platz nehmen musste…

Doch Netzpolitik ist nicht nur das Thema Netzsperren (auch wenn beispielsweise ein Antrag meine SPD-Ortsvereins Olfens sich für eine Abschaffung einsetzt, was inzwischen auch im Leitantrag der NRWSPD so steht).

Es gibt viele weitere wichtige Punkte, wo es meiner Meinung nach notwendig ist, dass die SPD eine geeignete Antwort findet (oder überhaupt erstmal die richtigen Fragen stellt). Ob es nun die Themen Netzneutralität, Vorratsdatenspeicherung/Datenschutz, Abmahnunwesen, ACTA/Urheberrecht, Kulturflatrate, Leistunsgsschutzrecht, Digital Rights Management, Barrierefreiheit, usw. sind oder ganz andere – ich denke die SPD muss hier eine vernünftige Antwort haben, die sich nicht an den Bedürfnissen der Märkte orientiert, sondern primär an den Bedürfnissen der betroffenen Menschen und auch Urheber (denn es ist ja nicht so, dass z.B. Künstler von ihren künstlerischen Leistungen adäquat profitieren). Klar muss sein, dass einerseits das Internet eben nicht der rechtsfreie Raum ist, von dem “die Internet-Ausdrucker” immer erzählen und andererseits das Internet ohne Links nicht funktioniert.

Wofür ich mich innerhalb des Gesprächskreises/der SPD einsetzen würde:

Der Bundesparteitag der SPD in Dresden hat im November 2009 den Antrag “Einrichtung eines Forums Netzpolitik” beschlossen. Der jetzt geplante “Gesprächskreis Netzpolitik” ist bei weitem organisatorisch nicht das, was ein Forum innerhalb der SPD bedeutet (so fehlt dem Gesprächskreis ein Rede- und Antragsrecht). Insofern möchte ich mich dafür einsetzen, dass dem Willen der Delegierten entsprochen wird und aus dem Gesprächskreis ein richtiges Forum wird.

Sollte ich in den Gesprächskreis Netzpolitik aufgenommen werden, verspreche ich, möglichst transparent über den Gesprächskreis zu berichten. Das heißt natürlich nicht, dass ich geheime Interna veröffentlichen werde – aber ich möchte nicht, dass diese Runde das Schicksal des alten “Online-Beirates der SPD” teilt, der erst im Moment seiner faktischen Auflösung in der Partei (und den Medien) präsent wurde.

Wo findet man mich online:

35 Kommentare

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Dieser Eintrag wurde erstellt von am 22. Februar 2010 um 03:00 und gespeichert unter der Kategorie Who is Who.

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