Steffen Voss
23. Februar 2010 # 12:24 # Who is Who # Keine KommentareMeine ersten Erfahrungen “im Netz” habe ich ca. 1993 in lokalen Mailboxen gemacht, habe mich gleich für die neuen Möglichkeiten der Kommunikation mit fremden Menschen über große Entfernungen hinweg begeistert (Newsgroups, E-Mail) und bin dann auch Co-Sysop geworden – so nannte man damals die Leute, die heute vielleicht Moderatoren in Foren sind. Über den Compuserve-Zugang eines Freundes haben wir dann irgendwann per IRC mit Australiern und Engländern gechattet und waren begeistert, als es plötzlich dieses HTML gab, mit dem man bunte Seiten machen konnte – statt des weißen Cursors auf schwarzem Grund in unserer Mailbox. Meine erste Internetseite war dann auch pipi-gelbe Schrift auf himmelblauem Grund.
Seit 2001 engagiere ich mich für das Content Management System “Zikula” (http://zikula.org), das aus dem “Postnuke”-Projekt hervorgegangen ist. Ich habe dort den deutschen Trägerverein als stellv. Vorsitzenden mitgegründet und bin jetzt seit einigen Jahrem im Steering Committee der Zikula Foundation. Freie Software halte ich für ein äußerst wichtiges Thema, das zur Zeit von geschlossenen Systemen vor allem auf Mobiltelefonen bedroht wird. Zu viele Menschen verlassen sich darauf, dass sie mit kostenlose Services nutzen können, statt mit freier Software eigene Alternative zu schaffen, die dafür voll in ihrer Hand sind.
Seit 2006 organisiere ich in Kiel den Webmontag (http://webmontag.de/kiel) – damals aus der Not heraus, dass ich in Kiel niemanden kannte, der sich auch zumindest semi-professionell mit dem Internet auseinander setzt. Mittlerweile ist das ein Kreis von fast 100 Leuten geworden die teils regelmäßig, teils sporadisch teilnehmen oder zumindest verfolgen, was wir so besprechen. Das ist ein lebendiges Netzwerk geworden, in dem verschiedene Leute in unterschiedlichen Zusammenstellungen immer wieder mal kommerzielle oder nicht-kommerzielle Projekte starten. Das jüngste Kind ist zum Beispiel ein Arbeitskreis Cloud-Computing, der im Dunstkreis der legendären “Toppoint”, das Potential für Bürger-Cloud-Computing ausloten will.
Im Jahr 2008 habe ich den “Verein für neue Medien, Kiel e.V.” als Technikvorstand mitgegründet – Mittlerweile bin ich auch dessen Vorsitzender. Der Verein betreibt vor allem http://foerdefluesterer.de und bietet damit jungen Kielerinnen und Kielern die Möglichkeit, journalistische Erfahrungen zu sammeln und all die Dinge zu lernen, die zum Betrieb einer solchen Seite gehören – von der Fotoverwaltung bis zum Bannerserver und die Werbekundenbetreuung. Das Ziel des Vereins ist entsprechend die Förderung der Medienkompetenz.
Ansonsten blogge ich unter http://kaffeeringe.de seit 2004 über dütt un datt, wenn es entfernt unter den Slogan “Internet & Kreativität” passt.
Neben der freien Software hat es mir die Idee des Freifunk angetan und vor allem die Chancen durch Freifunk für die Anbindung peripherer Räume. Ich denke aber auch, dass das Thema Netzneutralität noch nicht in gänze ausgeleuchtet ist: Es geht nicht nur um einen neutralen Zugang von Webangeboten zum Netz und damit den Kunden oder Internetnutzern. Je mehr das Internet überall verfügbar wird, desto mehr wird das Netz zur Brille, durch die wir die Welt wahrnehmen. Und wir müssen uns darauf verlassen können, dass diese Brille das zeigt, was wir erwarten. Es darf nicht vom Geschäftsmodell des Zugangsproviders abhängen, ob Daten unverfälscht bei uns ankommen.
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